Die Zukunft des Schreibens oder Nicht-Schreibens ist auch die Zukunft des Denkens oder Nicht-Mehr-Denkens. . .

Es ist trauriger als traurig. Je bessere, wichtigere Beiträge wir schreiben, desto mehr und desto radikaler werden wir alle ausgebremst: am Ende haben wir, je besser die Beiträge sind, gar niemanden mehr, der unsere Sachen liest.Ich habe im letzten Jahr schon geschrieben, dass wir besser TAGEBÜCHER schreiben sollten, zumal die nicht abhörbar und nie einzusehen sind, weil eben nicht digital in die Tasten gehauen, sondern liebevoll analog evtl. noch mit klassischer Tinte geschrieben.Ich habe mit (Vor-) liebe bis vor wenigen Jahren noch mit besonderer Tinte und goldener Feder und Edelfüller auf Büttenpapier geschrieben – oft genauso lange wie hier.Dazu habe ich mir feinste Tinte und Blöcke feinsten Büttenpapiers im Voraus und auf Vorrat gekauft.Womit ich nicht gerechnet hatte: es gibt niemanden mehr, dem ich guten Gewissens noch schreiben, meine Gedanken anvertrauen könnte.Früher habe ich „Liebesbriefe“, vielleicht die schönsten der Welt, zumindest in deutscher Sprache verfaßt, aber es gibt keinerlei weibliche Wesen mehr, denen ich noch schreiben könnte, zu viele Enttäuschungen, zu viel Unverständnis, Niveaulosigkeit – nicht einmal „Verletzungen“, sondern was verletzt, ist eben diese Niveaulosigkeit, völlige Gefühlskälte, Lieblosigkeit auf voller Linie, Ignoranz, Apathie und alles, was damit zusammenhängt.Eine edle Porzellanvase sollte man achtsam behandeln. Wenn man sie dann erst einmal aus Versehen am Anfang, später aus Unachtsamkeit und Dummheit hinuntergeworfen und zu flicken versucht hat, klingt sie schon nicht mehr, kann gar nicht mehr klingen. Man sollte es daher geflissentlich gar nicht erst auch nur zu dem kleinsten Sprung kommen lassen, denn auch der breitet sich mit der Zeit immer weiter aus. Nun, aber nicht nur die Liebesbriefe sind mangels liebenswürdiger Menschen nicht mehr möglich, was tragisch genug ist und ich mir vor Jahren auch nicht einmal hätte träumen lassen, auch das Schreiben an sich, also das Schreiben über relevante INHALTE des Lebens, des Volkes, jener Dinge über „Gott & der Welt“ sind gar nicht mehr möglich weil das Publikum fehlt. Auch das hätte ich mir in den kühnsten, defätistischsten Träumen nicht vorstellen können. Das ist so irre, mir ist es gar nicht mehr möglich, sprachliche Vergleiche anzustellen, eben weil das schon die oberste Spitze der Meßlatte des Grauens darstellt. Ich suche nach Vergleichen ala: Das ist in etwa so als wenn . . . Mir fallen keine dazu ein, Erklärung siehe oben. Nun, versuchen wir es trotzdem: das ist in etwa so als beschwerte sich ein Architekturkünstler, also ein genialer Architekt ( es gibt in unserer Zeit kaum überhaupt noch gute Architekten – verglichen mit „früher“. Nun wird so ein Künstler „inspiriert“, sagen wir göttlich inspiriert, denn es gibt ja auch keinerlei Ausbildungsstätten mehr, keine Lehrer usw. Dieser begnadete, von den Göttern inspirierte Architekt plant nun also endlich nach Hunderten von Jahren schöne Architektur, sowie sie früher an der Tagesordnung und normal war. Er ist beseelt und hocherfreut von diesen göttlichen Ideen: und nun kommt der Clou: er findet zum einen gar keine Bauleute, Schreiner, Maurer mehr, die das ausführen könnten, zum anderen: es interessiert sich niemand mehr für schöne Architektur. . . Ich könnte das noch ausweiten, aber erstens sollte das klar genug sein, zum anderen, da sind wir beim Thema: es liest hier ja eh niemand ausser der Autonomen Intelligenz, der AI in Form von Algorithmen und die sucht nur nach Schlagworten, um weiter zensieren zu können und ist bei aller künstlichen Intelligenz nicht einmal in der Lage, den Sinn zu verstehen, geschweige denn die Gefühle auszuloten, die dahinter stecken . . . .Gute Nacht in vielfacher Hinsicht – falls das jemand lesen sollte. . .

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